Was bedeutet „konstruktiv“?

Und was heißt das für die Praxis?

Was bedeutet „konstruktiv“?
Und was heißt das für die Praxis?

„Konstruktiv“ ist ein Wort, auf das wir schwer verzichten können, wenn es um Feedback geht. Dennoch verdrehen viele von uns die Augen, wenn es fällt. Es ist zu einem Buzzword geworden durch zu häufigen Gebrauch. Um es wieder sinnvoll verwenden zu können, brauchen wir eine klare Definition und Umsetzungstipps. Diese drei Punkte helfen dabei:

Konstruktiv = zukunftsgerichtet. Feedback bezieht sich auf ein Verhalten, das in der Vergangenheit liegt. Wie konstruktiv dieser Bezug ist, hängt dabei weniger von diesem Zeitpunkt ab, als von der Richtung, in die wir denken. So schauen wir mit einem Satz wie „Es wäre schön gewesen, wenn du das erledigt hättest“ von der Gegenwart in die Vergangenheit, also rückwärts. Ganz ähnlich verhält es sich mit einer Frage wie „Warum hast du das getan?“. Der Versäumnis-Konjunktiv im ersten Fall und die Warum-Frage im zweiten erzeugen dabei oft Schuldgefühle und Abwehreaktionen. Dadurch beginnen wir gedanklich um Dinge zu kreisen, die nicht mehr zu ändern sind. Wir stecken fest in der Vergangenheit

Beim konstruktiven Feedback beziehen wir das vergangene Verhalten stets auf die Zukunft. Was auch immer geschehen ist – es wird genutzt, um Lösungen für das nächstes Mal zu finden. Die Analyse von Gründen, Umständen und Vorgehensweisen ordnet sich diesem Ziel unter.

Für die Praxis heißt das: Stellen Sie sich das Verhalten, zu dem Sie Feedback geben, als einen Pfeil vor, der in die Zukunft zeigt: Dort wollen Sie hin. Fragen Sie sich: Was würde mir oder anderen am meisten helfen, dorthin zu gelangen? Welche Schritte wären möglich? Was würde am stärksten motivieren? – Durch solche Fragen kommen Sie leichter auf Sätze, die motivieren und einen Anker in die Zukunft werfen: „Sei beim nächsten Mal pünktlich. Dann schaffen wir mehr.“

 

Konstruktiv = perspektivisch. Jede Meinung ist nur eine unter anderen, die möglich sind. Unser Ego und unsere Neigung, die eigene Sicht als richtige zu betrachten, verschleiern dies oft. Beide ziehen einen Rahmen, der gefährlich eng für unser Urteil wird. Tatsächlich können wir grundsätzlich jeden Sachverhalt unterschiedlich beschreiben, erklären oder bewerten. Darauf explizit hinzuweisen, läd andere zum Mitdenken ein (siehe unten) und erlaubt, nicht nur im Lichtkreis der eigenen Denkens nach Lösungen zu suchen.

 

Für die Praxis heißt das: Tragen Sie ihre Ansichten ausdrücklich als Thesen vor. Nehmen Sie Abstand von Wendungen wie: „Das ist so.“ / „Wir müssen das so machen.“ / „Du hast unrecht.“ / „Das ist falsch.“ – Verwenden Sie statt dessen Sätze wie: „Ich sehe das so: …“ / „Das hört sich für mich so an: …“ / „Mich überzeugt das (noch) nicht.“ / „Ich habe wahrgenommen, dass …“ / „Ich vermute, dass …“.

 

Denken Sie darüber hinaus daran, dass Sie nicht nur die konkrete Beschreibung bzw. Lösungsformulierung, sondern auch Ihre grundsätzliche Haltung gegenüber einer Sache verändern können. So können Sie sich im Falle eines Verhaltens, mit dem Sie nicht einverstanden sind, z. B. auch fragen: Was ist daran lehrreich? Was positiv? Was ist vielleicht sogar witzig? – Um diese Haltungen schnell einzunehmen, können Sie auf eine sogenannte Playlist zurückgreifen, die vier oder fünf mögliche Herangehensweisen enthält. Diese Liste können Sie individuell erstellen. Hier einige Vorschläge für mögliche Punkte:

 

– Welche positiven Folgen könnte das Verhalten haben?
– Was kann man daraus lernen?
– Was daran lässt sich auf andere Kontexte übertragen?
– Was, wenn man sich den Vorfall als eine Filmszene vorstellt?
– Wie lässt sich das Verhalten möglichst stark machen?

 

Konstruktiv = miteinbeziehend. Zur Darstellung der eigenen Meinung als einer unter vielen gehört auch, aktiv die Perspektive anderer miteinzubeziehen. Auch in der neuen Arbeitswelt gilt die alte Einsicht: Sie können das schnellste Rennpferd sein – den Karren bringen Sie nur gemeinsam voran. Fast alle größeren Herausforderungen sind heute so komplex, dass sie das Mitdenken vieler Menschen erfordern. Das „kon“ in „konstruktiv“ können Sie daher auch als das Zusammenführen verschiedener Blickwinkel verstehen.

Elefant Elephant unterschiedliche Perspektiven

Für die Praxis heißt das: Stellen Sie aktiv Fragen, die die Ansicht von anderen einholen. Fragen sind die Antworten der neuen Arbeitswelt. Mit ihnen erweitern Sie nicht nur die eigene Perspektive, sondern erhöhen auch die Hilfsbereitschaft und die Selbstwirksamkeit Ihrer Kolleg:innen. Beispiele dafür sind: „Was meinst du dazu?“ / „Was wäre hier hilfreich?“ / „Was kannst Du mir drüber erzählen?“ / „Was würdet ihr gern hinzufügen?“ / „Wie klingt das für dich?“ / „Was passiert, wenn Du das so … angehst?“ / „Wie hast du das gemacht?“ – Diese Miteinbeziehung können Sie mithilfe von Vorlagen bzw. Mustern in Feedback- und Mitarbeitergespräche aufnehmen.

 

Fazit | Konstruktiv Feedback zu geben bedeutet, sich bewusst auf die Zukunft auszurichten, die eigene Meinung als nur eine von möglichen zu betrachten und dabei aktiv andere Ansichten zu einzuholen.

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